Weiblichere Wissenschaft: Regierung will mehr Professorinnen

Mehr Professorinnen und familienfreundliche Karrierewege: Wenn es nach dem Willen der niedersächsischen Landesregierung geht, muss die Wissenschaft weiblicher werden.

Hannover/Göttingen – Die neue rot-grüne Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, jede zweite Professur an den niedersächsischen Hochschulen mit Frauen zu besetzen. Im Koalitionsvertrag von SPD und Grünen heißt es: „Zur Stärkung von Chancengleichheit und Vielfalt wollen wir die Hälfte der Professuren und Führungspositionen mit Frauen besetzen, uns für Diversität in Führungspositionen einsetzen, für familienfreundliche Karrieren sorgen und den Gender Gap schließen Zahlung”.

Die geringere Bezahlung von Frauen im Vergleich zu Männern wird als Gender Pay Gap bezeichnet. Spitzenreiter in der Hochschulpolitik ist die SPD: Neuer Wissenschaftsminister ist der bisherige Bundestagsabgeordnete Falko Mors. Der Frauenanteil auf den Professuren ist nach Angaben des Ministeriums schon vor dem Regierungswechsel gestiegen – von 12,7 Prozent im Jahr 2000 auf 29,1 Prozent im Jahr 2021.

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Die niedersächsische Landesregierung will mehr Professorinnen und Frauen in der Wissenschaft insgesamt

Eine Männerdomäne: 2021 waren von 113 Professuren an der Universitätsmedizin Göttingen nur 27 von Frauen besetzt.

© UMG/Kimmel

2.680 Professorinnen und Professoren wurden 1.101 Professorinnen gegenübergestellt. Außerdem wurden 7 von 20 staatlichen Universitäten von einer Präsidentin geleitet. Auch die Universität Göttingen ist weit davon entfernt, Professuren gleichmäßig auf Frauen und Männer zu verteilen: Laut aktueller Statistik hatte die gesamte Universität im Jahr 2021 524 Professorinnen und Professoren, darunter nur 152 Frauen. Damit lag der Frauenanteil bei 29,01 Prozent.

An der Universitätsmedizin (UMG) ist die Zahl der Professorinnen noch geringer: Von insgesamt 113 Stellen sind nur 27 mit Frauen besetzt. Der Frauenanteil unter den UMG-Professoren betrug nur 23,9 Prozent.

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Doch an diesem Geschlechterungleichgewicht möchte die Universität Göttingen etwas ändern: Sie beteiligt sich an einem Programm für Professorinnen. Eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Länder zielt darauf ab, den Anteil von Frauen auf Professuren zu erhöhen.

Thema Chancengleichheit: Auch an der Universität Göttingen gibt es einen Männerüberschuss

Es läuft seit 2008, nun hat die Universität Göttingen die dritte Phase des Programms erfolgreich abgeschlossen. Laut der Website der Universität hat ein unabhängiges Gremium ihr Konzept zur Gleichstellung der Geschlechter positiv bewertet. Auch in den ersten beiden Phasen des Programms konnte die Hochschule punkten, beispielsweise durch die Unterstützung von drei regelmäßigen Treffen.

Wir wollen Aussetzern vorbeugen, indem wir bessere Beratung und Betreuung schaffen.

Koalitionsvertrag

Ein weiteres hochschulpolitisches Ziel ist im Koalitionsvertrag die Verringerung der Zahl der Studienabbrecher. „Wir wollen Studienabbruch verhindern, indem wir bessere Beratung und Betreuung schaffen und die Angemessenheit des Lernens prüfen“, heißt es in dem Dokument. Seriöse Statistiken zu Studienabbrechern gibt es laut Ministerium nicht.

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Das entsprechende Tool ist im Einsatz, aber noch nicht im Land. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war die Bildungsleistung in Niedersachsen, gemessen an der Zahl der Absolventen, im Vergleich zu anderen Bundesländern zuletzt relativ hoch. (hko/von lni)

Verwandte Themen: Beim Göttinger Literaturherbst wurde das Buch „Das Paradies ist weiblich“ vorgestellt; 20 Autorinnen schreiben über Feminismus und eine gerechtere Gesellschaft. 2022 fand in Göttingen eine Online-Diskussion mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zum Thema: „Lassen sich Wissenschaft und Familie vereinbaren?“ statt.

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