Urteil in den Niederlanden : Lebenslange Haftstrafen nach MH17-Abschuss

Stand: 17.11.2022 16:53 Uhr

Acht Jahre nach dem Abschuss der Passagiermaschine MH17 in der Ukraine hat ein niederländisches Gericht zwei Russen und einen Ukrainer wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Auch ein weiterer Angeklagter wurde freigesprochen.

Ein niederländisches Strafgericht hat zwei Russen und einen ukrainischen Staatsbürger wegen des Abschusses des Passagierflugzeugs MH17 in der Ostukraine im Jahr 2014 zu lebenslanger Haft verurteilt. Der vierte Angeklagte wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Beim Abschuss des Flugzeugs kamen 298 Menschen ums Leben.

Zur Urteilsverkündung erschien der Angeklagte nicht

Die vier Männer befinden sich nicht in den Niederlanden und haben sich geweigert, in dem seit März 2020 laufenden Verfahren vor Gericht zu erscheinen. Da keiner der Angeklagten bei der Urteilsverkündung anwesend war, ist es unwahrscheinlich, dass sie in absehbarer Zeit hinter Gittern sitzen werden.

Die beiden Verurteilten sind die Russen Igor Gerkin und Sergey Dubinsky sowie der Ukrainer Leonid Charshchenko. Der ebenfalls angeklagte Russe Oleg Polatow wurde freigesprochen.

Gerkin, jetzt 51, ist die älteste Person, die verurteilt wurde. Er war Oberst im russischen Geheimdienst FSB und war Verteidigungsminister und Befehlshaber der Streitkräfte der selbsternannten Volksrepublik Donezk, als die Boeing 777 abgeschossen wurde. Er ist auch an der aktuellen Invasion Russlands in der Ukraine beteiligt.

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Das Gericht sieht den Abschuss der Bok-Rakete als erwiesen an

Richter Hendrik Steinhuis sagte, die von der Staatsanwaltschaft vorgelegten Beweise zeigten, dass die malaysische Boeing 777 auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur am 17. Juli 2014 von einer Buk-Rakete abgeschossen wurde, die von pro-russischen Rebellen in der Ukraine abgefeuert wurde. Die Staatsanwaltschaft sagte, die Angeklagten hätten die Rakete nicht selbst abgefeuert. Sie hätten jedoch zusammengearbeitet, um ihn auf die Startrampe zu bringen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde das Flugabwehrsystem, das die Boeing zerstörte, von einem russischen Stützpunkt in der Nähe von Kursk in die Ukraine gebracht und nach dem Abschuss durch eine Abwehrrakete nach Russland zurückgebracht. Russland bestreitet jegliche Beteiligung an dem Umsturz. Allerdings stellte das Gericht in seiner Entscheidung auch fest, dass das Kriegsgebiet und die Rebellen in der Ostukraine seit Mai 2014 faktisch unter russischer Kontrolle stehen.

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Russland bestreitet Beteiligung an dem Umsturz

Der Prozess fand in den Niederlanden statt, weil die meisten Opfer von dort stammten. Bei der Anhörung des Gerichtsurteils in der Nähe des Amsterdamer Flughafens Schiphol waren mehrere Hundert Angehörige anwesend. Das Gericht wurde unter Hochsicherheitsmaßnahmen abgehalten.

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