So wütend reagieren Fluggäste auf Aktivisten

Klimaaktivisten der „letzten Generation“ stellen Flugverkehr am BER kurzzeitig ein – Passagiere empört.

Für ein älteres Ehepaar in Schwaben ist der Fall klar: „Eine komplette Packung Dreck“, schnappt der Mann. “Hoffentlich bekommen sie eine harte Strafe. Selbst wenn sie sie vom Laufsteg reißen.” Und sie stimmt zu: “Ich habe im Reisebüro gesagt: ‘Hoffentlich bleiben keine Idioten hängen.'” Sie sind den ganzen Tag unterwegs, um in ihren Jahresurlaub zu fliegen. „Endlich“, sagt er, „geht es los – dachten wir.“

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Passagiere stehen vor Anzeigetafeln am Flughafen BER.
Passagiere stehen vor Anzeigetafeln am Flughafen BER. (Quelle: Carsten Kohle)

„Der Mut geht zur Neige“

Dennis, ein junger Berliner, ist verständnisvoller, “wobei die Geduld natürlich zu Ende geht, wenn man betroffen ist.” Seine Freundin, die in London lebt, hat er seit einem Monat nicht mehr gesehen. „Ich achte sehr darauf, so umweltfreundlich wie möglich zu reisen: Wenn das der Fall ist, nimm die Bahn statt zu fahren das Wetter Zugegeben, dann nehme ich das Fahrrad.“ Aber er habe auf diesen Flug gewartet. „Wir haben uns extra Zeit genommen. Ich verstehe und teile Ziele. Aber ich muss auch ehrlich sagen: Diese Unsicherheit, die ich jetzt habe, ist nicht gut.”

Auf dem Weg nach draußen sagt sich ein Mann: “Jedes Land hat seinen Protest.” Auch Todd, der nach einem Kurzurlaub mit einem Freund unbedingt zurück nach London will, ist genervt: „Du hast unsere Pläne ruiniert. Wenn das das Ziel war, hat es geklappt.“

Fast niemand weiß, was passiert ist

Ankunft am Terminal 1: Die Atmosphäre ist seltsam normal für einen Flughafen, der seit einer guten Stunde geschlossen ist. Schnell wird klar, dass dies auch daran liegt, dass fast niemand weiß, was eigentlich los ist. “Klebt etwas am Zug?” fragt ein Taxifahrer nervös. “Ich habe schon gefragt, warum hier so lange niemand rausgekommen ist.” Zwei Österreicher rannten raus und fragten: “Niemand sagt uns, wenn unser Flug gestrichen wird!” Und sie gingen. „Es ist wie immer“, sagt der Taxifahrer.

Besonders im Ankunftsbereich zeigt sich ein Mangel an Informationen. “Meine Mutter wollte um 17.20 Uhr aus Istanbul aussteigen”, sagt ein Mann. Er zeigt auf die Informationstafel: „Sie soll schon lange dort gewesen sein, aber hier ist seit Jahren niemand mehr. Und wir haben nichts gefunden.“ Er musste das Auto viermal bewegen, denn: “Parken ist teuer in Berlin.”

Jake und Rachel warten am BER auf ihren Flug nach Manchester.
Jake und Rachel warten am BER auf ihren Flug nach Manchester. (Quelle: Julian Seyfarth)

Komplett, britisch und entspannt

Im Terminal 2 ist es voller, britischer – und sehr, sehr, sehr entspannt. “Wir sind früh da”, sagt Jake, der am Abend mit seiner Frau Rachel zurück nach England fliegen will. “Gerüchte besagen, dass es etwas später sein wird, aber wir haben Zeit. Unser Auto steht am Flughafen für Manchester.”

Jay und Kerry warten – vielleicht länger – beim Kartenspielen.
Jay und Kerry warten – vielleicht länger – beim Kartenspielen. (Quelle: Julian Seyfarth)

Die Haltung des Paares scheint unter denen, die sich für Manchester interessieren, üblich zu sein. Eine Gruppe junger Frauen tätigt einen Videoanruf und bricht in lautes Gelächter aus. Jay (25) und Kerry (29) vertreiben sich die Zeit mit einem Kartenspiel.

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