Penguin-Chef Markus Dohle verlässt den Konzern nach geplatzter US-Übernahme

Markus Dohle

Der Manager hat seine Konzernposition bei Bertelsmann niedergelegt.

(Foto: Bertelsmann)

Düsseldorf Nachdem die Bertelsmann-Tochter Penguin Random House an der Übernahme des New Yorker Verlags Simon & Schuster scheiterte, gibt es nun Konsequenzen für Mitarbeiter und Management: Markus Dohle trat zum Jahresende als Vorstandsvorsitzender des weltgrößten Verlags zurück und verließ Bertelsmann. Präsidenten. Das gab das Familienunternehmen Gütersloh am Freitagnachmittag bekannt.

„Mit dem Kartellurteil in den USA habe ich mich entschieden, das nächste Kapitel von Penguin Random House an eine neue Führung zu übergeben“, sagte Dohle. Der Manager soll laut Quellen nicht zum Rücktritt aufgefordert worden sein, sondern auf eigenen Wunsch von dem Amt zurückgetreten sein.

Der Rücktritt von Europas zweitgrößtem Medienkonzern muss überraschend gekommen sein: Bertelsmann hat noch keinen Nachfolger gefunden, aber er holt einen Interimschef. Ab Januar wird Nihar Malaviya die Funktion vorübergehend übernehmen. Der gebürtige Inder leitet derzeit Penguin Random House in den USA.

Markus Dohle gilt als Kandidat für die Spitzenposition bei Bertelsmann

Vor zwei Jahren hatte Bertelsmann die Übernahme des US-Verlags Simon & Schuster, der Nummer vier der Branche, bekannt gegeben. Es wäre ein 2,2-Milliarden-Dollar-Deal gewesen. Das US-Justizministerium hat den Verband jedoch verklagt, weil er sich Sorgen um den Wettbewerb auf dem Buchmarkt macht.

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Anfang November stimmte ein Richter zu. Bertelsmann hatte zunächst angekündigt, in Berufung gehen zu wollen, hat das Vorhaben aber inzwischen ganz fallen gelassen.

>> Weiterlesen: Bertelsmann zerbricht an milliardenschwerer Fusion – ein weiterer Sieg für Vorstandschef Rabe

Vorstandschef Dohle muss den gescheiterten Deal als persönlichen Sieg empfunden haben. Sein Abgang ist ein großer Verlust für Bertelsmann. Der 54-Jährige galt im Haus als Nachfolger von Präsident Thomas Rabe, dessen Vertrag 2026 ausläuft.

Dohle ist seit 2008 Geschäftsführer des Buchgeschäfts von Bertelsmann und Mitglied des Vorstands. Unter seiner Führung verdoppelte sich der Umsatz des Geschäftsbereichs zuletzt auf vier Milliarden Euro, die Zahl der Mitarbeiter auf 12.000, das EBITDA auf 755 Millionen Euro.Für Bertelsmann, 1835 als Verlag gegründet, hat das Geschäft unter Dohle an Bedeutung gewonnen: heute , es sind 22 Prozent des Marktes, 2008 waren es zehn Prozent.

2013 fusionierte Dohle den Bertelsmann-Verlag Random House mit der Penguin Group des britischen Verlagshauses Pearson und wurde erster Chef der neuen Verlagsgruppe.

„Markus Dohle hat Penguin Random House und das internationale Führungsteam sukzessive ausgebaut und die globale Präsenz des Verlags gestärkt“, sagte Bertelsmann-Chef Rabe am Freitag. Aufsichtsratschef Christoph Mohn sagte in der Mitteilung: „Wir bedauern die Entscheidung von Markus Dohle. Dass die Verlagsbranche weltweit dort steht, wo sie heute steht, ist größtenteils ihm zu verdanken.“

Thomas Rabe

Bertelsmanns Vision scheiterte an den Behörden.

(Foto: Bertelsmann)

Dohle war fast 30 Jahre für Bertelsmann tätig und begann nach seinem Abschluss als Diplom-Wirtschaftsingenieur 1994 als Projektleiter. Um die Jahrhundertwende baute er den Vereinigten Verlag zu einem führenden deutschen Buchvertrieb aus. Zwischen 2002 und 2006 war er CEO der Mohn Media Printing Group. Er wurde CEO des Betreibers Arvato.

Der Manager wird dem Unternehmen weiterhin beratend zur Seite stehen. Er lebt in New York, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Interimsnachfolger Nihar Malaviya ist seit 2001 für Bertelsmann tätig

Nihar Malaviya, der seit 2001 im Unternehmen ist, tritt nun in seine Fußstapfen. Seit 2014 verantwortet er alle Verlagsaktivitäten in den USA – von der Lieferkette über technische Fragen bis hin zu Kundenanliegen. Malaviya wird zudem in das Group Management Committee von Bertelsmann berufen, das den Vorstandsvorsitzenden in unternehmensstrategischen Fragen berät.

Bertelsmann-Chef Rabe bezeichnet Dohles Nachfolger als „unternehmerischen Druckspezialisten“. Mit seinem tiefen Verständnis der globalen Medien- und Verlagsbranche wird er die Branche weiter entwickeln.

Nihar Malaviya

Der gebürtige Inder ist derzeit COO der Geschäfte von Penguin Random House in den USA.

(Foto: Bertelsmann)

Dieser Konzern ist zuletzt nicht nur an der Buchbranche und ihrem Übernahmeplan gescheitert. In Frankreich wollte die zu Bertelsmann gehörende M6 mit einem Konkurrenten fusionieren, aber die Kartellbehörden befürchteten den Wettbewerb, während das Gütersloher Unternehmen seine Pläne zurückzog. Und im Callcenter kam die Majorel-Tochter nicht wie geplant mit dem doppelt so großen Konkurrenten Sitel zusammen.

Ein vierter Sieg blieb den Niederlanden nah. RTL Nederland will dort das Unternehmen Talpa Network übernehmen. Bertelsmann rechnet noch in diesem Jahr mit einer Entscheidung.

Ebenfalls: Wie der Fusionsplan von Medienkonzern-CEO Thomas Rabe scheiterte

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