“Nenn mich nicht dämlich!”: Kevin Kline kann Trottel- und Charakter-Rollen

“Nenn mich nicht dumm!”
Kevin Kline kennt sich mit Wichs- und Charakterrollen aus

Viele kennen Kevin Kline und seinen legendären Satz “Don’t call me stupid!” aus „Ein Fisch namens Wanda“. Für seine Rolle als alberner Juwelendieb gewann er einen Oscar. Jetzt ist der Hollywood-Star 75 und will wieder neue Wege gehen: mit seiner ersten TV-Serie. Wieder an der Seite von Sigourney Weaver.

Der erste gemeinsame Filmauftritt der beiden Hollywoodstars Sigourney Weaver und Kevin Kline liegt fast 30 Jahre zurück. Jetzt tun sie es zum dritten Mal. Grau und fast 75 Jahre alt, spielt der Oscar-Preisträger in der Drama-Komödie „Das gute Haus“ die Geliebte der 73-jährigen „Avatar“-Heldin.

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1997 spielten Weaver und Kline wieder zusammen – in „The Ice Storm“.

(Foto: picture alliance/United Archives)

„Es macht immer Spaß. Sie bringt mich zum Lachen“, lobte Kline seine fast 1,80 Meter große Kollegin kürzlich in einem Interview mit dem US-Magazin „People“. Und scherzte weiter: „Ich muss mich nicht bücken, um sie zu küssen.“ Kline, rund 1,88 Meter groß, feiert am 24. Oktober seinen 75. Geburtstag.

In der Komödie „Dave“ (1993) spielte Kline eine Doppelrolle als untreuer US-Präsident, der nach einem Herzinfarkt von einem Doppelgänger im Amt abgelöst wird. Weaver mimte die First Lady im Weißen Haus. In dem Psychodrama „The Blizzard“ (1997) unter der Regie von Ang Lee spielten die beiden Stars in den 1970er Jahren Vorstadtnachbarn, die sich auf eine Affäre einließen.

Allein die Zusammenarbeit mit Weaver zeigt die große Bandbreite von Kline, der in seiner langen Karriere problemlos zwischen Komödie und Drama, Leinwand und Bühne hin und her wechselte.

Oscar für “Ein Fisch namens Wanda”

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Großartig und urkomisch: Jamie Lee Curtis und Kevin Kline in A Fish Called Wanda von 1987.

(Foto: imago images / United Archives)

Als übermütiger, alberner Juwelendieb in der britischen Kultkomödie Wanda brachte Kline seinen Filmliebhaber Jamie Lee Curtis, Co-Star John Cleese und ein Millionenpublikum zum Lachen. Die Oscar-Akademie in Hollywood würdigte seine Leistung 1989 mit einem Oscar als bester Nebendarsteller.

Bereits einige Jahre zuvor hatte er sich als Charakterdarsteller in dem ergreifenden Drama “Sophie’s Decision” (1982) mit Meryl Streep als Holocaust-Überlebende bewährt.

Regisseur Lawrence Kasdan holte ihn mehrfach vor die Kamera, etwa für die Kult-Satire „The Great Frustration“ (1983) und als Hauptdarsteller für den Ensemblefilm „Grand Canyon – Im Herzen der Stadt“ (1991) . Außerdem besetzte er Kline als cleveren Verführer in der romantischen Komödie „Französischer Kuss“ – neben Meg Ryan.

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Kreuzpaintner und Kline 2007 beim Filmfest München.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

In „De-Lovely – The Cole Porter Story“ verkörperte Kline den legendären Jazzmusiker und Komponisten Cole Porter, in „The Pink Panther“ feuerte er den bekloppten Inspector Clouseau (Steve Martin) als Supervisor an.

2007 wirkte er in dem Drama „Trade – Willkommen in Amerika“ unter der Regie des Deutschen Marco Kreuzpaintner mit. Als Polizist machte er Jagd auf Mädchenhändler, die ihre Opfer als Sexsklavinnen in die Vereinigten Staaten verkauften. Kline und Kreuzpaintner wurden auf dem Filmfest München für ihr filmisches Engagement mit einem Friedenspreis ausgezeichnet.

“Fisch”-Essen bei “Wetten, dass…?”

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Der angeblich lebende Fisch war schließlich nur eine Karotte.

(Foto: picture alliance / Ingo Wagner/dpa)

Unvergessen ist sein Auftritt in der ZDF-Sendung “Wetten dass…?”. Als Wettpate verlor und aß er vor laufender Kamera einen lebenden Goldfisch, wie im Film „A Fish Named Wanda“. Erst Minuten später erfuhren die Zuschauer: Bei dem angeblichen Fisch handelte es sich um eine zubereitete Karotte.

Neben den vielen Hollywood-Rollen blieb der Schauspieler seiner ersten Liebe zum Theater immer verbunden. Kline wuchs in einer musikalischen Familie in St. Louis, Missouri, auf. Er lernte sein Handwerk an der renommierten Juilliard School in New York. Theaterbühnen am Broadway waren sein Zuhause. Seit 1978 wurde er dreimal mit dem höchsten US-Bühnenpreis, dem Tony Award, ausgezeichnet, zuletzt 2017 als bester Schauspieler in dem Stück „Present Laughter“.

Erste Fernsehserie mit 75

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Auch privat seit Jahrzehnten mit derselben Frau: Kevin Kline und seine Frau Phoebe Cates im Jahr 2017.

(Foto: imago/UPI Photo)

Mit 75 Jahren wagt sich Kline noch einmal auf Neuland – er dreht seine erste Fernsehserie. Die in Produktion befindliche Thrillerserie „Disclaimer“ unter der Regie von Alfonso Cuarón („Roma“) mit Cate Blanchett in der Hauptrolle basiert auf Renee Knights Debütroman „Deadline“. Kline spielt einen Mann, der einen bekannten Fernsehreporter verfolgt und bedroht, der ein dunkles Geheimnis birgt. Diese Rolle habe viele “exotische Reize” für ihn, sagte Kline kürzlich dem Filmportal “Collider”. Er hat noch nie eine Serie gemacht, und diese Figur unterscheidet sich auch sehr von früheren Rollen in seinem Repertoire.

Privat hält sich Kline gerne bedeckt und hält sich aus den Schlagzeilen heraus. Seit 1989 ist er mit der heute 59-jährigen Schauspielerin Phoebe Cates verheiratet. Das Paar hat zwei erwachsene Kinder, Owen und Greta.

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