Lieferketten im Fokus: Nordex-Aktie steigt dennoch deutlich: Nordex wird für 2022 pessimistischer | Nachricht

Hohe Kosten und unterbrochene Lieferketten stimmen den Turbinenhersteller Nordex pessimistischer für das laufende Jahr. Höhere Verkaufspreise aus Neukundenverträgen könnten sich positiv auf Verzögerungen auswirken, teilte das Unternehmen am Montagabend in Hamburg mit. Infolgedessen wird erwartet, dass die Arbeitsplatzverluste in diesem Jahr vier Prozent des Marktes erreichen werden. Zwischenzeitlich betrachtete das Management auch die Ertragslage und mögliche Nulllinien. Das Rechtssystem bietet jedoch Hoffnung. Nach anfänglichen Verlusten drehte die Nordex-Aktie am Dienstag ins Positive.

Kurz nach Handelsbeginn verlor das Papier fünf Prozent, legte aber bis zum Mittag um fünf Prozent auf 10,92 Euro zu. Damit gehört Nordex zu den stärksten Werten im Small-Cap-Index SDAX. Wer am Tieftag gekauft und am Nachmittag wieder verkauft hat, kann in wenigen Stunden einen Kursgewinn von fast 11 Prozent erzielen.

Analysten zeigten sich von den jüngsten Quartalszahlen enttäuscht und Prognosen wurden nach unten korrigiert. Branchenexperte Guido Hoymann vom Bankhaus Metzler bescheinigte dem Unternehmen jedoch gute Chancen auf eine positive Trendwende. Das Risiko aus Altverträgen mit noch auf Niedrigpreise fixierten Kunden sollte seiner Meinung nach bald reduziert werden. Insofern stehe Nordex in den kommenden Branchen vor „Zeiten des Wandels“.

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Hoymann schrieb: “Die gesamte Branche ist in den letzten Jahren in eine desolate Lage geraten, indem sie sich zu sehr auf Marktanteile und Marktanteile konzentriert hat.” Inzwischen haben Zulieferer wie Nordex die Notwendigkeit erkannt, Kostendeckung durchzusetzen und Vertragsnormen zu lockern. Daher gibt es jetzt Hoffnung, dass die zweite Hälfte des Jahres 2022 ein Wendepunkt sein wird.

Das Unternehmen bestätigte, dass der Arbeitsausfall im laufenden Jahr mehr als weniger in der “Preissituation” und den durch die Verzögerung der Arbeiten verursachten Kosten liegen werde. Wie in anderen Branchen erschweren Unterbrechungen in der Lieferkette den Herstellern von Windkraftanlagen die Arbeit.

Allerdings zog der Nordex-Handel nach einem schwachen ersten Halbjahr im dritten Quartal wieder an. Den Angaben zufolge erzielte das Unternehmen im Zeitraum von Juli bis September einen Umsatz von rund 1,7 Milliarden Euro – deutlich mehr als knapp 1,3 Milliarden vor einem Jahr. Daher liegen die Einnahmen der ersten neun Monate mit 3,9 Milliarden Euro nur gut zwei Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Gleichzeitig wirken sich Kostensteigerungen und Störungen in der Lieferkette bereits jetzt spürbar auf die Finanzen aus. Für die ersten drei Quartale wurde ein Verlust von 200 Millionen Euro ausgewiesen. Im Vorjahreszeitraum erzielte Nordex noch ein operatives Ergebnis von 101 Millionen Euro, die operative Marge (Ebitda) lag bei 5,2 Prozent und damit unter der Prognose für das Gesamtjahr.

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Unter dem Strich ist das Unternehmen in die roten Zahlen geraten. Unter dem Strich steht nach neun Monaten ein Verlust von knapp 372 Millionen Euro – nach einem Minus von knapp 104 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Dank der neuen Regeln und einer besseren Situation für Nordex sieht Vorstandschef José Luis Blanco Grund zum Optimismus. „In einem herausfordernden Marktumfeld ist es uns gelungen, hohe Marktpreise für Neuaufträge zu erzielen, die uns die erheblichen Kostensteigerungen durch externe und mittelfristig gestiegene Profitabilität kompensieren werden.“

An den Umsätzen für das laufende Jahr, die bereits im Mai rückläufig waren, rüttelte diese Gruppe nicht. Der Umsatz soll 5,2 bis 5,7 Milliarden Euro erreichen. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte Nordex sein operatives Gewinnziel für das Gesamtjahr verfehlt. Die Beschäftigungsquote soll „mittelfristig“ weiter auf acht Prozent steigen.

Der Direktor der Firma Blanco baut auch auf den Erfolg des neuen Turbinentyps N175/6.X auf, der einen großen Rotor hat und sagt, dass er in der Lage sein wird, Strom mit weniger Wind zu erzeugen. „Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass die Perspektiven für unser Unternehmen mittelfristig weltweit vielversprechend sind.“

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In den ersten drei Quartalen erhielt Nordex Aufträge für neue Projekte im Umfang von 4,4 Gigawattstunden. Das sind zwar weniger als 4,6 Gigawattstunden im Vorjahreszeitraum, aber der Auftragswert wuchs von 3,2 auf 3,6 Milliarden Euro.

Im dritten Quartal stieg der durchschnittliche Verkaufspreis pro produziertem Megawatt um fast ein Drittel auf 0,91 Millionen Euro. 69 Prozent der Neuaufträge kommen aus Europa, 26 Prozent aus Lateinamerika und 5 Prozent aus Nordamerika. Ende September hatte Nordex inklusive Dienstleistungen eine Bilanzsumme von knapp 9,7 Milliarden Euro. Vor einem Jahr waren nur etwa 8 Milliarden in diesem Buch.

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HAMBURG (dpa-AFX)

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Bildquelle: Nordex, Lukassek / Shutterstock.com

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