Krankenkasse zahlt trotz Krebserkrankung Untersuchung nicht

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Von: Sabine Pinger

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Ein PET/CT-Screening für alle Krebsarten ist in Deutschland nicht etabliert.
PET/CT-Scans sind die einzige gesetzliche Krankenversicherung für bestimmte Krebsarten. © Mirko Konrad

Anfangs waren sie klein. Ohne es zu wissen, wächst der Tumor und wird zu einem tödlichen Geschwür. Werden sie jedoch früh genug erkannt, stehen die Chancen gut, dass der Krebs besiegt werden kann. Moderne Technik hilft bei der Erkennung, aber ihr Einsatz ist teuer. Daher weigern sich die Krankenkassen, die Kosten für den gesamten Diagnoseprozess zu übernehmen. Diese Erfahrung macht auch Günter Diekmann aus Bönen – obwohl er an Krebs erkrankt ist.

Bönen (NRW) – der Fund traf 65 Jahre als Baum ein. Bei einer Untersuchung im vergangenen Jahr stellte der Urologe fest, dass er einen sehr hohen PSA-Wert (Prostata-spezifisches Antigen) hatte. Dieser Wert kann darauf hindeuten, dass der Mann Prostatakrebs hat. So auch bei Günter Diekmann.

Er wurde operiert und die Ärzte fanden einen bösartigen Tumor oder Metastasen. Sie entfernten die gesamte Prostata und das umgebende Gewebe in der Hoffnung, alles Beteiligte loszuwerden.

Der Rentner erhielt keine Bestrahlung oder Chemotherapie. Das scheint keine Rolle zu spielen. Doch ihm wurde schnell geraten, sich alle zwei bis drei Monate durchchecken zu lassen. Bei jedem dieser Termine wird der PSA-Wert ermittelt – und er steigt von Zeit zu Zeit weiter an. Es sollte Null sein, wenn die Prostata nicht mehr da ist.

Auf der Suche nach einer berühmten Nadel

Der Urologe befürchtet, dass sich bei Diekmann entweder neue Metastasen gebildet haben oder bei der Operation nicht alle Krebszellen erkannt und entfernt wurden. Schließlich leitet sich das altgriechische Wort Metastasierung nicht von ungefähr von dem Wort „Migration“ oder „Migration“ ab. Daher kann das Auffinden solcher Metastasen mit der Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen verglichen werden.

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Glücklicherweise gibt es Tools, die es einfach machen, sie zu finden. Im Fall von Günter Diekmann ist dies PET/CT. Das ist zumindest nach Meinung der Urologen und Mediziner die beste Methode, um auch versteckte Metastasen zu entdecken. In dieser Studie wird die Positronen-Emissions-Tomographie (PET), ein spezielles Untersuchungsverfahren der Nuklearmedizin, mit einer Computertomographie (CT) kombiniert.

„Es ist, als würde man im Dunkeln gehen und 100 Meter entfernt ist ein Wald. Darin sitzt ein Mann, der mit einer LED-Lampe leuchtet“, fand Diekmann eine anschauliche Beschreibung. Eine Person mit einer Lampe repräsentiert Metastasen. Auf diese Weise weiß der Patient, ob neues Wachstum aufgetreten ist oder nicht.

Der Audit-Prozess ist nicht zulässig

Die Krankenkasse Günter Diekmann und das medizinische Personal halten diese Art der Diagnose jedoch für nicht wichtig. Die Barmer-Ersatzkasse weigerte sich, die Schulden dafür zu übernehmen. „Das nennt man einen neuen diagnostischen und therapeutischen Ansatz. Das sind Wege, die der Gemeinsame Bundesausschuss noch nicht als gesetzlich vorgeschriebene Krankenversicherungsleistungen empfohlen hat. Daher übernimmt die gesetzliche Krankenkasse (GKV) sie nicht, sondern nur in bestimmten Fällen“, sagte Barmer-Sprecher.

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Dass Günter Diekmann damit nicht zufrieden ist, ist in seinem Unternehmen nachvollziehbar. „Unsere Mitarbeiter haben hart an dem Fall gearbeitet. Leider ist aus gegebenem Anlass keine andere Entscheidung möglich“, bedauerte der Sprecher der Barmer. In den USA und vielen europäischen Ländern ist diese Methode jedoch schon lange bekannt und wird von Versicherungen getragen.

Barmer hätte dasselbe getan, wenn Bönener Lungenkrebs hätte. Bei Verdacht auf Lymphkrebs bei Kindern und Jugendlichen zahlt sie auch eine PET/CT-Untersuchung. Da ihn all diese Dinge nicht betreffen, muss Diekmann nicht zahlen – die geschätzten Kosten liegen bei rund 1500 Euro. Er fürchtet immer noch um sein Leben.

Nicht alle Standards werden erfüllt

Er hat die Beschwerde beantragt und die Briefe auf dringenden Rat seines Urologen und der Ärzte des Fachkrankenhauses abgelegt. Anschließend wurde Barmer Richter im Sanitätsdienst (MD). Seine Experten sollen unter anderem prüfen, ob der 65-Jährige an einer lebensbedrohlichen Krankheit leidet, für die es aber keine bekannte Heilung gibt oder ob es eine Möglichkeit gibt, die Krankheit mit “neuen Behandlungsmethoden” zu heilen. Das sind die Bedingungen, die die Krankenkasse bezahlt.

Die MD-Mitarbeiter, die zu diesen Schlussfolgerungen gelangten, wurden jedoch von Bönener nicht erfüllt. Das betrifft den zweiten Punkt, z.B. Expertenmeinungen zufolge gibt es noch eine andere Untersuchungsmethode, nämlich ein CT und/oder MRT des Beckens. Oder Diekmanns Urologe oder Ärzte, die in die Fachklinik gehen, halten es dagegen für sinnvoll. „Da sieht man nichts“, beobachtete der 65-Jährige. „Es wird so aussehen, als wäre der Mann trotz Feuer im Wald“, verweist er auf das obige Bild.

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In dem neunseitigen Artikel zu Fragen von Barmer und MD heißt es, es sei nur eine der vier Krebsarten (unheilbar). Diese Krankheit ist jetzt nicht tödlich. Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft ist Prostatakrebs mit rund 12 Prozent die zweithäufigste Krebserkrankung bei Männern, bei frühzeitiger Erkennung bestehen jedoch gute Heilungschancen. Dies kann der Grund sein, warum viele private Krankenkassen PET/CT-Untersuchungen übernehmen.

Neue Metastasen werden gefunden

Damals nicht bei Bönener. Die Operation wurde im Sommer 2021 durchgeführt, Ärzte empfehlen seit Januar eine Kontrolle. Seitdem kämpft Diekmann um seine Kostenübernahme. Jetzt wollte er nicht warten. Er ließ es in einem Dortmunder Ärztehaus machen und bezahlte es aus eigener Tasche. Zwei neue Metastasen wurden entdeckt: eine im Dickdarm und eine im vierten Lendenwirbel.

„Bei den von den Krankenkassen vorgeschlagenen Tests wären sie nicht gefunden worden“, so der 65-Jährige. Das Desaster: Weil sich der Prozess mit der Krankenkasse lange hingezogen hat – mindestens zehn Monate – befürchtet sein Facharzt, dass sich der Tumor weiter ausgebreitet hat. Für Diekmann beginnt jetzt die aufreibende Krebsbehandlung.

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