Konjunktur: Deutschland soll 2023 doch wachsen – Wirtschaft

Deutschland erlebt derzeit einen rasanten Wandel der Lage. Stand Herbst 2022 ist die Prognose für die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2023 noch schlecht. Ein Comeback scheint sicher. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sprach im Oktober von “gefährlichen Zeiten”. Nun hofft die Regierung, dass es 2023 ganz anders wird: Die Wirtschaft bricht nicht ein, wächst aber ein wenig.

Wie die SZ aus dem Regierungssektor erfuhr, prognostiziert der Jahreswirtschaftsbericht, den Habeck an diesem Mittwoch vorlegen wird, für 2023 ein Wachstum von 0,2 Prozent. Im Herbstplan wurden die Angaben um 0,4 Prozent zurückgenommen. Für 2024 rechnet die Regierung mit einem Wachstum von 1,8 Prozent, wobei diese Zahl nicht in den Bericht aufgenommen wird, da sie sich auf das laufende Jahr bezieht.

Die Situation sei beherrschbar geworden, so die Behörden. Der Hauptgrund dafür ist das eigene Problemmanagement. Es stimmt: Die befürchtete Benzinknappheit ist ausgeblieben, und das liegt nicht an einem milden Winter. Und es gab keinen Volksaufstand, sondern Preisbremsen schützen jetzt Strom- und Gaskunden. Bislang ist es trotz vieler Bedenken in der Branche zu keiner Pleitewelle gekommen.

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„Die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage der Bundesregierung fällt besser aus, als viele Ende letzten Jahres erwartet hatten“, sagt Clemens Fuest, Direktor des Münchener Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung. „Die Entwicklung der Wirtschaftsdaten am Edge kann diese Einschätzung nun stützen.“ Der Geschäftsklimaindex des Unternehmens zeige seit Oktober Stabilität, sagte Fuest. “Auch die Energiepreise, insbesondere die Gaspreise, wachsen schneller als erwartet.” Die Gaspreise an der Amsterdamer TTF-Handelsstation haben sich in drei Monaten mehr als halbiert.

Die Kauflust kommt langsam zurück

Das hat auch Folgen für den Konsum. Auch die Angst vor anhaltend hohen Energiepreisen dämpfte seit einiger Zeit die Kaufnachfrage. Doch damit ist nach Angaben des Nürnberger Marktforschungsunternehmens GfK vom Dienstag vorerst Schluss. „Sinkende Preise für Energie wie Benzin und Kraftstoff haben dazu geführt, dass die Verbraucher weniger deprimiert sind“, sagt Marketingexperte Rolf Bürkl. Das Ergebnis: Das GfK-Konsumbarometer ist zum vierten Mal in Folge gestiegen. „Auch wenn das Niveau noch niedrig ist, der Pessimismus hat zuletzt abgenommen“, sagt Bürkl. Obwohl Feiern kein Grund für Chaos geworden ist. Aber zumindest ist die Rezessionsangst jetzt vorbei. Stattdessen klettern laut Nürnberger Marktforschern die Konjunkturaussichten in Russland und der Ukraine wieder auf das Vorkriegsniveau.

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Dies entspricht den Erwartungen des Internationalen Währungsfonds (IWF). Beim “Global Economic Outlook” im schweizerischen Davos sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am vergangenen Freitag, dass 2023 “schlimmer” werde als befürchtet. Auch für Deutschland zeigte er sich optimistisch: Er deutete an, dass die Prognose des IWF auf 0,5 Prozent angehoben werden könnte. Noch im Oktober prognostizierte auch der IWF einen Deal. Allerdings warnte Georgieva auch davor, vom „extremen Pessimismus“ zum „extremen Optimismus“ zu wechseln.

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Was bedeutet das für die Wirtschaftspolitik? Vor einem Jahr hat Habeck, damals neu im Amt, die Soziale Marktwirtschaft noch in den Mittelpunkt seines ersten Jahreswirtschaftsberichts gestellt. Geht es nach Finanzminister Christian Lindner (FDP), geht es jetzt um Strukturreformen und eine angebotsorientierte Wirtschaftspolitik. Es gehe jetzt darum, „nicht nur Fortschritt zu teilen“, sagte er am Dienstag in Berlin, sondern darum, neuen Fortschritt zu schaffen. Mangel an Dynamik. Auch darüber lässt sich leicht sprechen, ohne die Stimme zu überanstrengen.

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