Kampf in der Heimat statt WM: Iran-Legende Ali Daei schlägt FIFA-Einladung aus

Kämpfe zu Hause statt um die WM
Die iranische Legende Ali Dai hat die Einladung der FIFA abgelehnt

Am Sonntag beginnt in Katar die Fußballweltmeisterschaft. Der Iran gehört zu den 32 teilnehmenden Ländern. Die FIFA lud Fußballlegende Ali Dai ein, doch der 53-Jährige lehnte ab. Am liebsten ist er bei seinen Landsleuten, die gegen die eigene Herrschaft protestieren.

Irans ehemaliger Bundesliga-Profi Ali Dey sagte, er habe eine Einladung der Fifa zur WM in Katar abgelehnt. „In diesen Tagen, in denen es vielen von uns nicht gut geht, habe ich eine offizielle Einladung der FIFA und des Fußballverbands von Katar abgelehnt, meine Frau und meine Töchter zur Weltmeisterschaft mitzunehmen“, schrieb der 53-Jährige am Montag auf Instagram . „Ich möchte in meinem Land bei Ihnen sein und allen Familien, die in diesen Tagen geliebte Menschen verloren haben, mein Beileid aussprechen“, sagte Dei. “Ich hoffe auf bessere Tage für den Iran und die Iraner.”

Die in Teheran geborene Journalistin Golineh Atai twitterte am Montagnachmittag ein Bild von Dei vor dem Krankenhaus. Sie schrieb: „Hier bin ich. Meinen Augen wird keine Ungerechtigkeit entgehen.“ Atay schrieb, dass der politische Gefangene Hossein Ronaghi ins Krankenhaus eingeliefert wurde. „Auf die dort versammelten Demonstranten wurde Feuer geschossen“, sagte sie in ihrem Tweet.

Dei ist ein Fußball-Volksheld im Iran. Von 1999 bis 2002 spielte er für Hertha BSC, davor war er in Deutschland bei Arminia Bielefeld und dem FC Bayern München aktiv. Nachdem Mitte September landesweite Proteste im Iran ausgebrochen waren, bekundete Dei zusammen mit anderen ehemaligen Fußballprofis, Ali Karimi und Mehdi Mahadavikia, ihre Solidarität mit den Demonstranten. Wie kürzlich berichtet wurde, war zunächst unklar, ob Dei wegen seiner Solidaritätsbekundungen das Land verlassen darf. Am kommenden Montag bestreitet der Iran sein erstes Spiel gegen England in der Gruppe B der Weltmeisterschaft.

Das gewaltsame Vorgehen der iranischen Sicherheitskräfte gegen systemkritische Proteste hat kürzlich dazu geführt, dass die iranische Nationalmannschaft von der Weltmeisterschaft ausgeschlossen werden soll. Viele Iraner hoffen jedoch, dass Fußballexperten die WM im Golfemirat Katar als Akt der Solidarität nutzen. Proteste brachen am 16. September nach dem Tod des jungen iranischen Kurden Mahsa Amini in Polizeigewahrsam aus. Sie wurde von der Sittenpolizei verhaftet, weil sie gegen die islamische Kleiderordnung verstoßen hatte.

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