Geile-Ziegen-Kraut und Grüne Fee: Die wilde Welt der psychoaktiven Pflanzen

Mohn und Marihuana – gut. Aber Salbei und Safran? Das wahnsinnig bunte Buch „Kate Menschiks und Psychiater Dr. Jakob Hein Illustriertes Kompendium psychoaktiver Pflanzen“ hat nicht nur einen Titel, der einem schwindelig machen kann, es hält auch noch eine Überraschung für unser Gewürzregal bereit.

Können Pflanzen böse sein? Wenn es nach Jakob Hein gegangen wäre, hätte sich dieses Buch ausschließlich mit üblen Pflanzen wie Brennesseln beschäftigt, mit denen er einfach herumgespielt hat – zumindest war das die Idee in seinem Kopf, als er schrieb.Er lernte den Maler Keith Mensack kennen. Garden (weil er, wie er bei der Veröffentlichung des Buches in Radwins zugab, neidisch auf das großartige Minsky-„Terbuch“ mit Mark Benik war und unbedingt eines mit ihr veröffentlichen wollte.)

Aber Heine konnte den Boden nicht erschüttern, indem er mit einem Mansik auf die Pflanzen einschlug – der begeisterte und intelligente Gärtner liebt alle Pflanzen gleichermaßen. Und vor allem Tomaten – ihr „Book of Tomatoes“ ist kürzlich erschienen und ihr Gartenbuch „The Golden Grower“ vor ein paar Jahren. Sie einigten sich jedoch bald auf ein Buch über psychoaktive Pflanzen. Da Jakob Hein nicht nur Schriftsteller, sondern auch Psychiater ist, konnte er viel mitnehmen – und stellte bei seinen Recherchen schnell fest, wie unregelmäßig die Zahl der Pflanzen war, die man als psychoaktiv bezeichnen kann.

Auch Lesen :  Krieg in der Ukraine: Russland konzentriert sich auf Verteidigung von Swatowe

Kleine bunte Auswahl

9248622.jpg

Die Elfen- oder Sockenblume, botanisch Epimedium, wird im Englischen auch Feenflügel- oder Hornziegenpflanze genannt. Es enthält Icariin, dem eine anregende Wirkung nachgesagt wird.

(Foto: Image-Alliance / OKAPIA KG, Deutschland)

Der Mensch hat immer und überall alles versucht und sich in jeden erdenklichen Rauschzustand oder sonstigen Zustand versetzt – Pflanzenteile gekocht, gemahlen, fermentiert oder anderweitig behandelt und dann gegessen; betrunken, betrunken, sterilisiert und alles andere. Kann trotzdem in das Material fallen. Und warum? Denn es „klopft“, macht wach oder schwindelig, steigert den Sexualtrieb oder die Kraft, erregt oder entspannt, verändert Ihre Wahrnehmung oder versetzt Sie in andere Bewusstseinszustände. Manche Pflanzen wirken sogar auf Tiere – die Pflanze, die auf Deutsch als Elfen- oder Sockenblume bekannt ist, heißt zumindest auf Englisch Hornet Weed.

Heine hat aus dieser Fülle eine kleine bunte Auswahl getroffen und dabei am liebsten nur die „üblichen Verdächtigen“ wie Cannabis erwähnt. Obwohl es auch die tägliche Droge Alkohol (aus allen möglichen Pflanzen) und Tabak und den berühmten Absinth „Grüne Fee“ gibt, wählte er Pflanzen aus, die man in der Serie nicht erwartet, deren psychologische Wirkung überraschend ist. Experten sollten daher die Vollständigkeit des Wörterbuchs nicht in einem kleinen Buch erwarten – sonst könnte man Bände damit füllen.

Auch Lesen :  Webereien aus dem WorldWideWeb: Margret Eicher - die Auftragsdiebin

Ein Strauß “schlechter Blumen”.

Bekanntmachung

Die illustrierte Sammlung psychoaktiver Pflanzen von Kate Mencic und dem Psychiater Dr. Jacob Hein (14 Lieblingsbücher)

12,99 €

anbieten amazon. de

Arthur Rimbauds „Blumen des Bösen“ („Les Fleurs du Mal“) bilden das Buch, aber seine Gedichte handeln nicht wirklich von Pflanzen, sondern von „einer Welt ohne Gott und ohne Hoffnung“. Im wahrsten Sinne des Wortes aber, so Heine, könne man leicht einen Blumenstrauß zusammenstellen, der atemberaubend schön und zugleich voller tödlichem Gift sei: aus dem harmlos klingenden Alpenveilchen, aus goldenen Locken und Waldglocken. Schlechte Blumen dann einige.

Auch der Gewürzschrank zu Hause hat einiges, was Speisen nicht nur schmackhafter und interessanter macht, sondern auch psychologisch wirken kann – Salbei zum Beispiel, der Halluzinationen hervorrufen kann, oder Muskatnuss, Safran – oder scharfer Paprika, Pfeffer: enthält u viel Capsaicin kann ein „Pfeffer-High“ auslösen, eine Art Pfeffer-Trip. Wie immer macht die Dosis das Gift – Gewürze, die in einer Dosis als Medizin gekocht oder gepökelt werden, können in einer anderen Dosis eine ausgeprägte Wirkung auf die Seele haben. Jakob Hein senkt mit der einen oder anderen Pflanze die Erwartungen: Manches ist illusorisch oder die erwartete Wirkung tritt einfach ein: „Niemand isst drei ganze Muskatnüsse und fühlt dann nichts, also heißt man willkommen, die Glück beginnt mit Einfluss. Hoffnung auf Sucht.“

Auch Lesen :  Mine verletzt Kriegsblogger: Russischer Propagandist in der Ukraine verwundet

“zu viel”

a02.jpg

„Wenn der Text dich weiser macht“, sagt Heine zu Beginn des Buches, „machen die Bilder von Pflanzen dich höher“ – denn Kate Mincek zum Beispiel bricht jede Regel, wie sie es ausdrückt: Knallbunte Grafiken in sechs Echt . Die Farben, wiederum das Ergebnis von Mischfarben, verteilen sich wild über die Seiten, manchmal sogar in den Text hinein; Es hängt auch nicht unbedingt immer von der Pflanze ab, um die es auf der Seite geht. Also auch hier: es schreibt gar nicht. Und wo es im Tierbuch mit Mark Benik ganz schwarz war, da ist kein Schwarz, das war wichtig für Minsk: Auch die Buchstaben sind lila.

„Too much is too much“ lautet – allen textlichen Abkürzungen zum Trotz – zumindest grafisch das Motto von „Kate Mencics und Psychiater Dr. Jakob Heins Sammlung psychoaktiver Pflanzen“. Dies ist eines der “besten Bücher” von Galliani – eine Reihe von Miniaturen, illustriert von Mencic, aufwendig gestaltet, außergewöhnlich schön. Dazu zählen unter anderem Volker Kutschers „Moabit“ und „Mitte“ aus dem „Babylon Berlin“-Umfeld oder die bereits erwähnte „Kat Menschik und Dipl.-Biologe Dr. Rerum Medicinalium Mark Benecke Illustrirtes Thierleben“. und “Rheuma”. Jeder ist ein kleiner optischer Suchtfaktor, garantiert ohne Kater.

Source

Leave a Reply

Your email address will not be published.

In Verbindung stehende Artikel

Back to top button