Fall Manuel Gräfe: Schiedsrichter im Abseits – Fußball

Im Fall des ehemaligen Schiedsrichters Manuel Graf, der den DFB wegen Altersdiskriminierung verklagt, wird am Mittwoch ein Urteil erwartet. Das könnte eine Sensation für das Management künftiger Schiedsrichter im deutschen Profifußball werden.

Samstagvormittag in der Sporthalle des TSV Seelmingen. Seit Beginn des Schiedsrichterturniers vor 21 Jahren pfeift der 60-jährige Hardy Wolfe traditionell das erste Spiel an. Der Vorsitzende der Schiedsrichtergruppe Esslingen ist für 140 Schiedsrichter verantwortlich und kümmert sich um die Rekrutierung junger Spieler. Hardy Wolf ist in der Region bekannt und seine Meinung wird sehr geschätzt.

Im Umgang mit immer mehr jungen aufstrebenden Fußballern hatte er immer ein gutes Händchen und ein einfaches Sprichwort auf den Lippen – trotz der Gefahr, dass das Spiel abrutschte. Dabei hilft ihm seine jahrelange Erfahrung: „Man sieht vorher, was kommt und was kommt. Dann kann man etwas verändern und ein bisschen mehr pfeifen. Ältere Schiedsrichter können das ein bisschen besser filtern.“ Jüngere Schiedsrichter würden dagegen oft missbilligt, sagte Wolf.

Auch Lesen :  WM 2022: Millimeter-Drama um DFB-Aus! Diese Szene erinnert an Wembley | Sport














Kontroverse über die Existenz einer Altersgrenze

Allerdings kommen Schiedsrichter über 47 Jahre wie Hardy Wolff seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht mehr in der Bundesliga zum Einsatz. Dagegen reichte Manuel Graf im vergangenen Jahr Klage ein. Er hat seit 2004 289 Bundesligaspiele geleitet und ist einer der besten deutschen Schiedsrichter. Beim DFB war Greif jedoch oft beleidigt, kritisierte den Verein offen und pausierte in der vergangenen Saison – mit 47 Jahren. Jetzt fordert er 190.000 Euro Schadensersatz und erklärt, dass er wegen seines Alters nicht mehr nominiert wird. Der DFB konterte, eine solche Altersgrenze gebe es gar nicht. Und tatsächlich: Eine solche Vorgabe sucht man in den Gesetzen des DFB vergeblich.

Auch Lesen :  Fußball - DFB-Frauen feiern Sieg gegen Weltmeisterinnen aus den USA - Sport

Zu alt für den Profifußball?

Sollten Schiedsrichter ab einem gewissen Alter nicht auch im Oberhaus des deutschen Fußballs pfeifen dürfen? „Wenn jemand die Leistungsprüfung besteht und alle Anforderungen erfüllt, sollte er pfeifen dürfen“, sagte Hardy Wolf. Tatsächlich betonte der deutsche Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich im vergangenen Jahr gegenüber „Sport Bild“, 47 Jahre seien „eher ein Richtwert. Wenn jemand alles im Gesamtpaket mitnimmt und die Anforderungen erfüllt, […] Dann muss man das auch berücksichtigen.“ Graef sagte auf dem Platz, „dass es unter den Schiedsrichtern große Einigkeit gibt, dass es diese Altersgrenze gibt.“ Ansonsten ist sich der heute 49-Jährige sicher: „Ich pitche immer noch. ”

Auch Lesen :  Fußball WM 2022: Miss Kroatien über ihre weltberühmte Tribünen-Szene | Sport














Wolfe springt seinen Schiedsrichterkollegen an. Jüngere Schiedsrichter seien oft fitter und schneller, gerade bei großen internationalen Spielen, wo sie sich stark auf erfahrene Schiedsrichter verlassen: „Man weiß, dass sie damit umgehen können. Sie haben ein ganz anderes Verhältnis, und das wissen auch die Spieler.“

Gibt es ein „Weiter so“?

Das Landgericht in Frankfurt am Main entscheidet am Mittwoch. Ungeachtet des Urteils muss sich der DFB mit der Frage auseinandersetzen, ob ältere Schiedsrichter den Ball weiterhin an jüngere Schiedsrichter abgeben sollen.

Source

Leave a Reply

Your email address will not be published.

In Verbindung stehende Artikel

Back to top button