Einsatz gegen Menschenhändler: Bundespolizei geht gegen Schleuser in Berlin, Forst und Cottbus vor

Am Mittwochmorgen durchsuchte die Polizei Wohnungen in Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. Die Operation richtete sich gegen Menschenhändler, die Hunderte Menschen aus Syrien nach Deutschland geschmuggelt hatten. Von M. Bettoni, A. Hemmerling, L. Kendzia und N. Malak

Am Mittwochmorgen durchsuchten Beamte der Bundespolizei 14 Objekte in Berlin, Brandenburger Wald, Cottbus und Siegen (Nordrhein-Westfalen). Vier Männer im Alter zwischen 25 und 45 Jahren wurden festgenommen, zwei in Berlin und zwei in Forst. Die Razzien dienten der Bekämpfung von Handels- und Bandenhandelsverbrechen. An der Razzia waren nach Angaben der Bundespolizei 375 Polizisten beteiligt.

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Zum Ursprung dieser mutmaßlichen Bande gehören nach MDR-Recherchen mindestens sechs Personen syrischer und irakischer Herkunft. Die Ermittler vermuten jedoch, dass um sie herum ein größeres Netzwerk agiert. Die Gruppe operierte höchstwahrscheinlich von Deutschland aus und wird verdächtigt, Menschen aus Syrien über Weißrussland und Polen nach Deutschland geschmuggelt zu haben.

Dieser Fluchtweg führt unter anderem vom Nahen Osten über Dubai in die weißrussische Hauptstadt Minsk. Von dort geht es in die Wälder an der polnischen Grenze, dann meist quer durchs Land und schließlich nach Deutschland. Oft stecken Schmugglerbanden dahinter, die vom Leid der Menschen profitieren.

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Als Polen die Sicherheitsmaßnahmen an der Grenze zu Weißrussland verstärkte, sollen die Angeklagten auf die Balkanroute abgewandert sein. Ermittler, die seit Monaten an dem Fall arbeiten, schätzen, dass die Bande mit dem Schmuggel zwischen 3.500 und 10.000 Euro pro Person verdient hat. Die Bundespolizei soll rund 60 Fälle von Menschenhandel mit etwa 300 Menschen nachweisen können.

Die ermittelnde Staatsanwaltschaft Görlitz befasst sich seit langem mit dem Straftatbestand des Menschenhandels. Unter anderem sorgte ein Fall bei Görlitz für bundesweite Schlagzeilen. Dort fand die Polizei im Herbst 2021 einen toten Iraker in einem Lieferwagen.

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“Menschenhändlern ist das Leben einzelner Menschenhändler egal”, sagt Andreas Roskopf, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, Bundespolizei- und Zollbezirk, MDR. Schmuggel ist laut Roskopf ein „hochprofessionelles und hochkriminelles Geschäft“ mit „mafiöser Struktur“, das auch deshalb schwer zu bekämpfen sei, weil die Menschen dahinter nicht in Deutschland sitzen.

Ausstrahlung: rbb24, 7. Dezember 2022, 13:00 Uhr

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