Die Verbindung von Kosmetik und Wirtschaft

Je stärker die Wirtschaft, desto mehr Lippenstifte werden verkauft. Das erste, was nach einer dummen Nachricht klingt, heißt „Lippenstift-Effekt“ und wird seit mehr als 20 Jahren in Krisenzeiten beobachtet. Wir haben genau hingeschaut.

Während einige Unternehmen ums Überleben kämpfen, bleibt die Schönheitsindustrie – wieder einmal – untergegangen. Einer der Gründe dafür ist der Lippenstift-Effekt: So heißt die Theorie, die besagt, dass Verbraucher in der Wirtschaftskrise bereit sind, billige Luxusgüter zu kaufen – und damit immer mehr Lippenstifte. Ein Ereignis, das seit vielen Jahren zu sehen ist.

Wir werden täglich mit enormen Preissteigerungen konfrontiert – beim Einkaufen im Supermarkt oder beim Besuch beim Tierarzt. Die daraus resultierende Frustration kann zu einem Wunsch nach Belohnung führen, beispielsweise beim Einkaufen. Ein Teufelskreis, der allerdings den natürlichen Instinkt nach Belohnung und Anerkennung erklärt. Obwohl es auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten einen Kaufdrang gibt, sind die gekauften Produkte unterschiedlich.

Ein Phänomen mit dramatischer Wirkung: der Lippenstift-Effekt

Denn wenn Menschen in Deutschland wirtschaftlich erfolgreich sind, kaufen sie Luxusgüter wie Schmuck, Autos, Uhren oder Schuhe. Wenn die Wirtschaft jedoch angespannt ist, werden oft “kleine” Dinge – wie Lippenstift – gekauft. Dies sind derzeit die Bestseller, weil sie einen kleinen Hauch von Luxus ermöglichen, ohne das Budget zu sprengen. Der sogenannte Lippenstift-Effekt ist jedoch nicht neu. Doch wie sinnvoll und zugänglich dieser Index wirklich ist, wird erst durch die aktuelle Studie deutlich.

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Kleiner Luxus in schwierigen Zeiten

Auch wenn der traditionelle Wirtschaftszweig der Wirkung von Lippenstift wenig Beachtung schenkt, zeigen Daten des deutschen Marktforschungsunternehmens „Growth for Knowledge“ (GfK) dessen Bedeutung. Laut GfK kauften 2022 acht Millionen Verbraucher mindestens einen Lippenstift, während die Wirtschaft in Deutschland 2021 und 2022 schrumpfte. 2021 sind es nur noch sechs Millionen Menschen. Seitdem sind die Verkäufe von Lippenstiften dramatisch gestiegen. Dieser Unterschied kann unterschiedliche Gründe haben: Einerseits und der erwähnte Lippenstift-Effekt, andererseits die Tatsache, dass in der Krankheitsdauer – wegen der Kontaktverhinderung – wenig Kosmetik gekauft wird.

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Woher kommt der Lippenstift-Effekt?

Leonard Lauder vom Kosmetikunternehmen Estée Lauder erfand den Lippenstift-Effekt. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sagte Lauder, dass der Verkauf der Lippenstifte des Unternehmens dramatisch gestiegen sei. Er sagte, dass dieser Anstieg nur ein Problem sei, das in Zukunft passieren sollte. Dieser Effekt trat auch während der Finanzkrise 2008 und 2009 auf. Im Januar 2009 – auf dem Höhepunkt der Rezession – gehörten laut Statistischem Bundesamt Kosmetika zu den auf dem Markt verkauften Produkten.

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Löhne in Krisenzeiten

Doch trotz seines Namens ist die Wirkung von Lippenstift nicht auf Lippenstift beschränkt und zeigt in schwierigen Zeiten eine kleine Belohnung. Da es in dieser Zeit kein Entkommen aus einem erholsamen Urlaub gibt, ist ein kleiner Einkaufsbummel oder ein Kinoabend mit einem Freund etwas, dem der Budgetplan eine kleine und bessere Möglichkeit bietet, dem Alltag zu entfliehen.

Der Minirock-Rekord spricht auch Bände über die wirtschaftliche Lage

Ein weiterer Indikator für den wirtschaftlichen Status ist die Kleidung. Ein Rock mit Saum kombiniert Shorts und Schnörkel. Der Originalton geht auf die Beobachtungen des Ökonomen George W. Taylor zurück, der in den 1920er Jahren den Zusammenhang zwischen langen Röcken und dem New Yorker Aktienindex durchschauen wollte. Seinen Beobachtungen zufolge ging die Bevölkerungszahl zurück, als sich die wirtschaftliche Situation änderte. Während der Rezession bemerkte er jedoch, dass häufiger lange Röcke gekauft wurden. Daher wurden damals kurze Röcke mit Reichtum in Verbindung gebracht. Seitdem ist die Abdeckung des Rocks für Ökonomen ein wichtiger und zuverlässiger Faktor der wirtschaftlichen Gesundheit.

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Weitere Studien zur Wirkung von Lippenstift

Eine weitere Studie zur Wirkung von Lippenstift hat die Texas Christian University durchgeführt, allerdings mit einem anderen Fokus und interessanten Ergebnissen: Laut den Forschern kaufen Frauen dieses Kosmetikum in Zeiten der Wohlstandskrise, um die Attraktivität von Männern zu steigern. Die Idee dahinter: Einen Partner finden, der in solch schwierigen Zeiten eine starke Schulter und zuverlässigen Schutz bietet. Teure Marken werden gegenüber markenlosen Produkten bevorzugt. Die befragten Frauen erhofften sich davon eine Verbesserung ihres Wohlbefindens.

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