BP und Saudi Aramco: Weitere Ölkonzerne mit Milliardengewinn

Stand: 01.11.2022 13:05 Uhr

Aufgrund der hohen Energiepreise haben die Ölkonzerne BP und Saudi Aramco Milliardengewinne erwirtschaftet. Das Ergebnis knüpfte an die Erfolgsgeschichte des Turniers an und lud zu einem weiteren politischen Treffen am Veranstaltungsort ein.

Aufgrund hoher Öl- und Gaspreise, als Shell, ExxonMobil & Co., BP und Saudi Aramco im dritten Quartal Milliardengewinne erwirtschafteten, entflammte damit die Diskussion um Sondersteuern erneut. Die britische BP konnte ihren Gewinn im Quartal zwischen Juli und September mehr als verdoppeln. Das Eigenkapital erreichte 8,15 Milliarden US-Dollar (8,22 Milliarden Euro), gab BP heute bekannt.

Der Blutdruck wird Rücken an Rücken erhöht

Die Gewinne von BP fielen deutlich höher aus, als Analysten im Durchschnitt erwartet hatten. Bereits im zweiten Quartal haben die Briten ihre Gewinne im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht und das beste Ergebnis seit 14 Jahren erzielt, ein Jahr zuvor gab das Unternehmen noch einen Umsatz von 3,3 Milliarden Dollar an. Der Anstieg der Gaspreise und “außergewöhnliche Gasmarkt- und Handelsergebnisse” führten zu einem deutlichen Anstieg des Nettogewinns, sagte BP.

Das Unternehmen kündigte außerdem an, seine vierteljährliche Dividende um 10 Prozent zu erhöhen und sein Aktienrückkaufprogramm um 2,5 Milliarden US-Dollar auszuweiten. Dies summiert sich auf Steuererstattungen in Höhe von 8,5 Milliarden US-Dollar für das laufende Jahr. Das entspricht 60 Prozent des bisherigen Jahresgewinns von BP.

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Die Gewinne der Öl- und Gasunternehmen seien ebenfalls stark, schrieb JPMorgan-Analyst Christian Malek in einer frühen Reaktion. Allerdings sollte berücksichtigt werden, dass es durch den Handel aus einer Hand im Bereich Gas und Low Carbon genutzt wird. Zudem fallen die neu angekündigten Unternehmenskäufe geringer aus als im bisherigen Sektor. Die Euphorie der Trader dürfte an diesem Handelstag also maximal sein.

Der Nettogewinn von Saudi Aramco steigt

Beim saudi-arabischen Ölproduzenten Aramco stieg der Nettogewinn um 39 Prozent auf 42,4 Milliarden Dollar. Die steigenden Gewinne von Aramco steigerten den Gewinn von 28,7 Milliarden US-Dollar vor einem Jahr auf 45 Milliarden US-Dollar.

Aramcos starker Cashflow und der freie Cashflow in Rekordhöhe im dritten Quartal ermöglichten es dem Unternehmen, erhebliche Gewinne zu erzielen, sagte CEO Amin Nasser. Ein Teil geht an die Aktionäre. Das Unternehmen kündigte eine Auszahlung von 18,8 Milliarden US-Dollar für das Quartal an.

Langfristig erwartet die Gruppe, dass die Ölnachfrage in diesem Jahrzehnt wachsen wird, sagte Nasser. Denn die Welt brauche „billige und verlässliche Energie“. Es war der zweithöchste Quartalsgewinn in der Geschichte des Staatskonzerns. Der Rekord wurde im letzten Quartal mit 48,4 Milliarden US-Dollar aufgestellt.

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Das Unternehmen schließt sich einer starken Zahl der Konkurrenz an

Große westliche Öl- und Gaskonzerne profitieren von steigenden Energiepreisen infolge des Krieges in der Ukraine. Allein im zweiten Quartal erwirtschafteten sie einen Gesamtgewinn von 59 Milliarden US-Dollar. Diese Entwicklung setzte sich von Juli bis September fort: In den vergangenen Tagen meldeten auch BP- und Saudi-Aramco-Player wie Shell, ExxonMobil und TotalEnergies Rekordgewinne.

Nach dem russischen Angriff schossen die Öl- und Gaspreise in die Höhe. In der Spitze kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent fast 140 US-Dollar – der höchste Stand seit 2008. Aufgrund von Sorgen über die weltweite Rezession und dem damit einhergehenden Rückgang fielen sie zuletzt – gestern kostete ein Barrel der Sorte Brent rund 95 Dollar. Aber das Niveau ist immer noch sehr hoch. Zum Vergleich: Anfang 2022 liegt der Preis noch unter 80 $.

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Die Besteuerung bleibt ein Problem

Die starken Ergebnisse aus der Energiewirtschaft sorgen jedoch für Unzufriedenheit bei den Verbrauchern und die Politik kämpft mit den volkswirtschaftlichen Schäden durch steigende Preise und die Zahl ist hoch. Diese jüngsten Gewinne haben Diskussionen über Sondersteuern für Unternehmen ausgelöst, die von der Energiekrise profitieren.

US-Präsident Joe Biden forderte gestern Öl- und Gasunternehmen auf, einen Teil ihrer Rekordgewinne in die Senkung der Kosten für amerikanische Familien zu investieren. Wenn sie sich weigern, sollte der Kongress erwägen, dem Unternehmen Strafsteuern und andere Beschränkungen aufzuerlegen, sagte Biden. Außerdem sollten Unternehmen ihre Produktion steigern.

Viele Länder in Europa haben bereits Sondersteuern eingeführt – wie Großbritannien. Das BP-Unternehmen in London hat bereits eine Steuer in seiner Stadt. Murray Auchincloss, CFO von BP, sagte gegenüber Reuters, dass die Gruppe in diesem Jahr Steuereinnahmen von bis zu 2,5 Milliarden US-Dollar für das Geschäft im britischen Nordwesten erwarte. 800 Millionen Dollar davon sind die sogenannte Kapitalertragssteuer. Ende September beschlossen die EU-Mitgliedsstaaten, die Gewinne von Stromproduzenten und Ölkonzernen einzufrieren.

Rekordergebnisse für BP

Christoph Prößl, ARD London, 1.11.2022 10:50 Uhr

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