BASF-Aktie fester: BASF erleidet massive Einbrüchen im Upstream-Geschäft – BASF-Chef verteidigt Sparmassnahmen | 26.10.22

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BASF-Chef Martin Brudermüller will so schnell wie möglich die Kosten in Europa und vor allem in Deutschland senken. „Einerseits wächst der europäische Chemiemarkt seit rund einem Jahrzehnt nur langsam“, andererseits haben die deutlich gestiegenen Erdgas- und Strompreise die chemische Wertschöpfungskette unter Druck gesetzt, sagte Brudermüller am Mittwoch in Ludwigshafen . beschreibt das kürzlich eingeführte Sparprogramm. In den ersten neun Monaten des Jahres beliefen sich die Mehrkosten für Erdgas an den europäischen BASF-Standorten auf rund 2,2 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

„Um diese Kosten wieder zu stützen, haben wir eine Preiserhöhung durchgesetzt“, erklärte Brudermüller in einer Telefonkonferenz. Darüber hinaus arbeitet BASF weiter an Projekten zur Verbesserung von Technik und Prozessen, insbesondere am größten Verbundstandort Ludwigshafen. Der geringere Verbrauch der Versorgungsunternehmen im dritten Quartal trug dazu bei, die Auswirkungen der höheren Gaspreise auszugleichen.

Kurzfristig ließen sich mit weniger Dienstreisen Einsparungen erzielen, sagte Brudermüller. Heutzutage sind Business-Class-Tickets in Asien fast so teuer wie First-Class-Tickets. Ein paar Beratungsleistungen können Geld sparen. Die Arbeit sollte auf das Wesentliche beschränkt werden. Mit diesen Maßnahmen können die Kosten im vierten Quartal gesenkt werden.

Aber auch im starken Jahr 2021 habe Europa inklusive Deutschland nur ein Drittel zum Ergebnis beigetragen, sagte Brudermüller. Im Jahr 2022 verschlechterte sich die Einkommenssituation weiter, während sich die deutsche Wirtschaft verschlechterte. Im dritten Quartal wies BASF in Deutschland ein negatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen von 130 Millionen Euro aus.

Aufgrund des sich verschlechternden Geschäfts und der schwierigeren regulatorischen Situation in Europa hat das BASF-Management ein Sparprogramm veröffentlicht, das zwischen 2023 und 2024 umgesetzt wird Mehr als die Hälfte der Einsparungen will der Vorstand am Standort Ludwigshafen realisieren, wo BASF rund 39.000 von weltweit rund 111.000 Mitarbeitern beschäftigt. Einrichtungen, Dienstleistungen und Forschungsbereiche sowie der Hauptsitz würden verbessert, sagte er. Einen Stellenabbau schließt das Unternehmen nicht aus.

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Brudermüller: „Wir entwickeln ein alternatives System, um das Produktionsnetzwerk der BASF in Europa mittel- und langfristig an ein flexibles Prozessumfeld anzupassen.“ Das Unternehmen sichert seine Wettbewerbsfähigkeit für die Zukunft und wird seinen Gasverbrauch reduzieren. BASF mache “große Fortschritte”. Details werden voraussichtlich im ersten Quartal 2023 vorliegen.

Trotz der öffentlichen Debatte über die Folgen der Abhängigkeit von China hält Brudermüller an seinem Plan für China fest. „Wir haben ein sehr profitables chinesisches Geschäft“, sagte der CEO des Unternehmens. Insgesamt sieht die BASF weiterhin große Chancen für die BASF. Daher wird das Unternehmen die chinesische Intervention planmäßig fortsetzen. BASF baut in der chinesischen Provinz Guangdong einen neuen Verbundstandort, in den BASF bis 2030 10 Milliarden Euro investieren will. Zhanjiang wird nach Ludwigshafen und Antwerpen der drittgrößte Standort des Dax-Konzerns und bereits der zweitgrößte in China. Brudermüller wird laut eigener Aussage Teil der China-Reise von Bundeskanzler Olaf Scholz Anfang November sein.

Unterdessen hat der Konzern bereits Mitte Oktober Eckdaten für das dritte Quartal veröffentlicht. Dank hoher Preise und günstiger Wechselkurse konnte BASF den Umsatz in drei Monaten um 12 Prozent pro Jahr auf fast 22 Milliarden Euro steigern. Das operative Ergebnis – das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen – sank jedoch um 28 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro. Finanzvorstand Hans-Ulrich Engel sagte, der Gesamtrückgang sei auf deutlich niedrigere Vorleistungen der Sparten Basic Chemicals und Plastics (Materials) zurückzuführen. Im dritten Quartal sank das operative Ergebnis in beiden Teilen von 1,5 Milliarden Euro im Vorjahr auf 600 Millionen Euro.

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Der Gewinn nach Steuern sank aufgrund von Ergebnis- und Anteilsveränderungen am Gas- und Ölkonzern Wintershall Dea von 1,25 Milliarden Euro auf 909 Millionen Euro. Diese Schäden entstehen durch die Zerstörung von Teilen der Wintershall Dea und der Nord Stream AG, die die Pipeline Nord Stream 1 betreibt: Seit Wochen kommt kein Gas aus der Pipeline von Russland nach Deutschland. In letzter Zeit gab es viele Lecks in der Leitung. Zuvor hatte der russische Präsident Wladimir Putin die Erdgaspipeline als Druckmittel gegen EU-Sanktionen wegen Russlands Krieg gegen die Ukraine eingesetzt.

Da die Wirtschaft im dritten Quartal stark eingebrochen ist, hat BASF ihre Einschätzung des weltwirtschaftlichen Umfelds im Jahr 2022 revidiert. BASF hat jedoch ihre Jahresziele bekräftigt. Für das laufende Jahr rechnet der Konzern weiterhin mit einem Umsatzplus zwischen 86 und 89 Milliarden Euro, nach 78,6 Milliarden im Jahr 2021. Das Unternehmen strebt einen Service Value von 6,8 bis 7,2 Milliarden Euro an. 2021 wies BASF ein um Sondereffekte bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 7,8 Milliarden aus.

BASF will Stellen abbauen

Bei den vorgeschlagenen Maßnahmen zur Senkung der jährlichen Kosten in Deutschland und Europa um 500 Millionen Euro will ASF noch eins drauflegen reduzieren renn nicht herum. Das bestätigte Präsident Martin Brudermüller, der bei einer Pressekonferenz zur Vorstellung der vierten Zahl nicht über das Ausmaß eines solchen Stellenabbaus sprechen wollte. „Es ist noch zu früh, um etwas darüber zu sagen“, sagte Brudermüller.

Die Hälfte der in der vergangenen Woche angekündigten Einsparungen betrifft den Standort Ludwigshafen und betrifft nicht die Produktion, sondern Verwaltung, Betrieb sowie Forschung und Entwicklung. Auch der Firmensitz wird festgelegt. Da die Arbeitskosten in diesen Bereichen hoch seien, könne man leicht davon ausgehen, dass dies einen Stellenabbau bedeuten würde, sagt er.

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Bis Ende nächsten Jahres will Brudermüller, der bis Mai 2024 an der Spitze des Konzerns bleibt, „das individuelle System umsetzen“. Aufgrund der sich verschlechternden Geschäftsentwicklung in Europa und insbesondere in Deutschland verstärkt sich der Manager. Schwaches Wachstum, hohe Gaspreise – derzeit sechsmal höher als in den USA – und zunehmende EU-Regulierungen gefährden den internationalen Wettbewerb regionaler Produzenten, argumentiert Brudermüller.

Die BASF müsse „ihre Kostenstruktur so schnell wie möglich und dauerhaft ändern“. Noch vor sieben Jahren hätten Deutschland und Europa rund zwei Drittel zum bereinigten EBIT des Konzerns beigetragen; im „harten Jahr 2021“ sind es nur noch ein Drittel, die Finanzlage verschlechtert sich weiter. Allein im Inland verzeichnete BASF im dritten Quartal einen EBIT-Verlust vor Sondereinflüssen von 130 Millionen Euro.

Darüber hinaus untersucht BASF, wie sich das Produktionsnetzwerk in Europa durch strategische Planung mittel- und langfristig an veränderte Bedingungen anpassen kann. Details will Brudermüller Ende März 2023 vorstellen. „Wir machen große Fortschritte“, sagte der Vorstandsvorsitzende.

Bislang ist noch nicht entschieden, ob BASF wegen der hohen Gaspreise staatliche Beihilfen erhält. Wo und ob diese Gruppe Hilfe benötigt, kann erst festgestellt werden, wenn die Details ermittelt sind. „BASF wird sich bemühen, dies selbst zu regeln“, sagte Brudermüller.

Im XETRA-Handel stieg die BASF-Aktie zeitweise um 0,39 Prozent auf 46,12 Euro.

LUDWIGSHAFEN (awp international) / Dow Jones Newswires


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